Mittwoch, Mai 26, 2010

Vom Glück des Unglücks oder was das Berater-Leben so mit sich bringt

Ein König hatte einen Berater, dessen unerschütterlicher Optimismus ihm manchmal auf die Nerven ging. Eines düsteren Tages entglitt dem König das Schwert und trennte ihm den kleinen Zeh ab. Der König tobte vor Schmerz und Wut, vor allem über seine eigene Ungeschicklichkeit. Niemandem konnte er diesen Fehler anlasten.
Der Berater aber wollte ihn beruhigen:"Seid dankbar dafür. Ihr werdet sehen, dieses Unglück wird sich für Euch noch zum Glück wenden. Verlasst Euch darauf."
Das jedoch wollte der König nicht hören. Er wurde noch zorniger. Er entließ den Berater nicht nur aus seinen Diensten, nein, er ließ in in den Kerker werfen.

Die Tage gingen vorüber. Manchmal dachte der König an seinen respektlosen Berater - An Tagen wie jenen, an denen Sie gemeinsam zur Jagd geritten waren. Der König war allein im Dickicht, als er von Kriegern eines fremden Volkes überfallen wurde. Unbekannte schleppten ihn mit. Sie wollten ihn ihren Göttern opfern. Als der Schamane aber den verstümmelten Fuß des Königs sah, sagte er:"Es wäre ein Hohn für die Götter, dich als Opfer darzubringen!"

Und so ließen Sie den König laufen. Sofort eilte der König zum Kerker, kaum war er an seinem Hofe wieder angekommen. Er ließ seinen weisen Berater frei und bat ihn um Verzeihung.

Der aber lächelte nur:"Dass Ihr mich einsperren ließet, war reines Glück!" "Glück? Du nimmst mir meine Entscheidung nicht übel?" der König war mehr als erstaunt.
Der Berater lachte:"Ganz und gar nicht. Denn hätte ich Euch heute begleitet, hätten die Krieger mich auf dem Opfertisch verbrannt!"

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